Vier Tage lang hatte die WEINMANN Holzbausystemtechnik GmbH in St. Johann-Lonsingen (Schwäbische Alb bei Reutlingen) Kunden bzw. Holzbearbeiter und Interessenten zu Besuch. Mit etwas mehr Gästen hatte man wohl gerechnet, aber der Hersteller zeigte sich zufrieden über die Resonanz auf der Hausmesse, die vom 27. bis 30. September direkt im Werk Lonsingen und parallel zur etwas eingeschränkten Produktion stattfand. Sie wird von der HOMAG-Tochter im jährlichen Rhythmus durchgeführt. Die Maschinenvorführungen wurden durch wechselndes Vortragsprogramm mit Themen rund um den Holzbau ergänzt.
Das Interesse der Besucher - knapp die Hälfte davon aus Deutschland, die übrigen aus ganz Europa bis Russland und aus der Türkei - konzentrierte sich auf das neueKombi-Wandsystem WEK 100 für den Holzbaubetrieb, das auf der „Ligna“ vorgestellt worden war, und auf die neue Abbundmaschine WBS 140 für den Zimmermann.
Für die industrielle Plattebearbeitung (z.B. Massivholzbau oder auch in Abbundzentren) zeigte WEINMANN das Bearbeitungszentrum WMP 240, eine Serienmaschine. Damit lassen sich alle erforderlichen Arbeiten an der Plattenoberseite und an der Stirnseite ausführen. Die CNC-Anlage hat zwei Bearbeitungsköpfe: der eine ist mit einem Sägeblatt auf einem Fünf-Achs-Kopf ausgerüstet, das bis zu einer Schnitttiefe von 350 mm eingesetzt werden kann, d.h. möglich ist damit die Bearbeitung von bis zu 35 cm dicken Massivholzplatten. Daneben hat sie auf der anderen Seite ein weiteres Fünf-Achs-Aggregat, das auf einen 24-Werkzeugwechsler zugreift. Während das eine Werkzeug arbeitet, kann sich der andere Bearbeitungskopf bereits ein neues Werkzeug holen. Auch scharf-kantige 90° Grad Ecken können durch ein spezielles Werkzeug problemlos erstellt werden, was z.B. bei Wandausschnitten für den Fenstereinbau wichtig ist.
Neu ist, dass die WMP auch Langlochbohrungen bis 1,10 m in der Tischebene in allen Richtungen machen kann. Das Zentrum ist auch mit einer so genannten „Pick-up-Station“ ausrüstbar, in der Sonderwerkzeuge vorgehalten werden. Die Kapselung der Maschine bewirkt eine gute Feinstaubabsaugung. Grobstaub bzw. Sägemehl wird durch Abfuhrbänder im Boden abtransportiert. Die Kapselung ist auch Teil des Sicherheitskonzepts der Anlage: längsseitige Scanner überwachen das System und stoppen ggf. die Anlage.
Quelle: Holzzentralblatt, Ausgabe 42, Jahrgang 137
